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Wartauer Windpark

Nachhaltige Energieversorgung und stabile Strompreise

Ausgangslage

Mit dem Bundesratsentscheid von August 2019 zur Klimaneutralität bis 2050 steht die Schweizer Stromversorgung vor grossen Veränderungen. Um mit dem langfristigen Klimaziel kompatibel zu sein und gleichzeitig eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten, setzt der Bundesrat im Rahmen der Energiestrategie 2050 auf mehr Energieeffizienz, den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze.

Das Gebiet #8 Weite/Valpilär wurde als Gebiet von nationalem Interesse für Windenergieanlagen eingestuft und im kantonalen Sondernutzungsplan erfasst. Die Genehmigung durch den Bund ist erfolgt, weshalb die Prüfung für einen Windpark im Wartau vorangetrieben werden kann. Alle drei Anlagen des Windparks Wartau sind auf Flächen der Ortsgemeinde Wartau geplant.

Windmessungen

Entscheidend für ein erfolgreiches Windenergieprojekt sind zuverlässige und belastbare Ertragsprognosen. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten in der Standortumgebung wurde ein Messverfahren gewählt, dass aus der Kombination eines festplatzierten Windmessmasts und mobilen LIDAR-Messgeräten bestand. Von Juli 2023 bis Ende Januar 2025 wurden LIDAR-Messungen (laserbasierte Windmessung bis 300m ü.G.) im Standortgebiet und auf dem Gemeindegebiet von Balzers vorgenommen. Von Oktober 2023 bis Ende Januar 2025 war ein 50m hoher Windmessmast (Referenzmessung) im Gebiet Schwetti im Einsatz, welcher in 25m und 50m Höhe die Windgeschwindigkeit und -richtung aufzeichnete. Weiters wurden Daten zu Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit erfasst. Der Mast diente auch zur Aufzeichnung des Fledermausvorkommens.

Die Ergebnisse der Datenauswertung ergaben ein sehr gutes Windpotential und die daraus resultierenden Ertragsergebnisse sind vielversprechend. Mit dem Betrieb von drei WEA der neuesten Generation könnte der Strombedarf der Gemeinde Wartau grösstenteils vor Ort produziert werden. 

Vision

Seit 2023 sind Vorabklärungen über die Möglichkeiten eines Windparks in der Rheinau durchgeführt worden. Die Windmessungen haben hervorragende Werte geliefert und sprechen deutlich für die Realisierung von Windenergieanlagen im Gebiet der Gemeinde Wartau. Mit dem voraussichtlichen Ertrag von rund 30 GWh pro Jahr könnte die fehlende Stromproduktion in der Gemeinde Wartau gedeckt werden. 

Für die Realisierung und den Betrieb der Anlage ist die zu gründende Windpark Wartau AG verantwortlich. Einsitz in der Gesellschaft haben nur die öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Unternehmen und Einwohner der Gemeinde Wartau. So wird gewährleistet, dass die Erträge und der Nutzen vollumfänglich in der Gemeinde bleiben. Eine Betreibergesellschaft in dieser Form wäre in der Schweiz bisher einmalig.

Reservationsvereinbarung und Baurechtsversprechen durch Ortsbürger

Projektträger

Die drei öffentlich-rechtlichen Körperschaften, die Elektro- und Wasserkorporation Wartau, die Ortsgemeinde Wartau und die Politische Gemeinde Wartau haben zusammen mit der TBB Immobilien AG Trübbach die Vision und mögliche Strategie für eine nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung für die Einwohner, das Gewerbe und die Industrie unserer Gemeinde definiert. Mit der Steigerung der Eigenproduktion durch die Windenergieanlagen soll die grösstmögliche Unabhängigkeit von Energielieferanten und deren Preisen erreicht werden. So kann eine nachhaltige Energieversorgung mit einer hohen Preisstabilität gewährt werden.

Die TBB Immobilien AG, Hauptstrasse 1a, 9477 Trübbach ist Besitzerin und Betreiberin des Industrie Areals «Gufera» und Parkhaus Fährhütten. Auf dem Industrie Areal mit einer Fläche von 65'000 m2 sind heute über 650 Personen beschäftigt, Tendenz steigend. Die TBB Immobilien AG ist mit ihren Mietern mit Abstand der grösste Stromverbraucher im Wartau mit einer klaren Strategie Richtung nachhaltiger Energieversorgung.

Stromverbrauch und -produktion in der Gemeinde Wartau

Daten von 2024
Stromverbrauch

GWh/Jahr

Stromproduktion

GWh/Jahr

EW Wartau, Stromverkauf

21.4

Wasserkraft, Einspeisung

3.4

TBB Immobilien AG, freier Markt

13.9

Photovoltaik, Einspeisung

3.3

Andere, freier Markt

1.6

Photovoltaik, Eigenverbrauch

~3

Gesamtstromverbrauch

36.9

Gesamtstromproduktion

6.7

In der Gemeinde Wartau werden aktuell weniger als 20% des benötigten Stroms mit Wasserkraft und Photovoltaik produziert. Deshalb müssen aktuell rund 30 GWh Strom pro Jahr auf dem Markt eingekauft werden. Das entspricht ziemlich genau der prognostizierten Menge des erzeugten Stroms durch den Windpark.

Die Vision des «Bürger-Windparks Wartau» hat das klare Ziel, langfristig stabile und niedrigere Energiekosten für alle Einwohner der Gemeinde zu ermöglichen. Durch den Windpark wird erwartet, dass die regionale Energieversorgung nachhaltiger und unabhängiger gestaltet werden kann, wodurch ein namhafter Beitrag zur Energiewende möglich wird.

Produktion und Verbrauch im Vergleich